Das neue Jahr fängt ja gut an, hieß es im letzten post - leider ging es verdammt schlecht weiter! Noch bevor uns im März ein Kind geboren wurde (Olaf Ulrik – wie mein lieber Vater) haben sich Donna und ich getrennt! Um es ganz klar zu sagen: ich habe riesen Scheiße gebaut! Aber hier ist wahrscheinlich nicht der geeignete Ort, das alles aufzudröseln. Nur so viel: für mich, als Verwaltungsjuristen, war es nicht unbedingt toll, daß meine Frau (Arbeitsrechtlerin) Monat für Monat fast das doppelte Gehalt mit nach Hause gebracht hat. Aber egal. Ich reise mittlerweile ohne Job und festen Wohnsitz quer durch die deutschsprachigen Gaue, und nach Stationen in Bochum, Köln, Potsdam und Berlin bin ich mittlerweile bei einer lieben Dichterfreundin in Graz gelandet und durfte bei ihr meinen ersten Gedichtband “arminia-material 1-7″ fertig komponieren. Das ist natürlich ein Glück! Wenn da draußen ein netter Verleger sitzt und denkt: Warum eigentlich nicht? – an mir soll es nicht liegen. Er sollte es aber ehrlich meinen! Dann bin ich auch gerne bereit, ein bißchen was zu zahlen. Bald mehr, aus Graz und anderswo, Euer Sören
Das neue Jahr fängt gut an
Sehr gut sogar – Gedichte von mir sind in einer Netzzeitschrift veröffentlicht worden, der KLEINEN AXT nämlich, so einer Avantgarde-Zeitschrift aus Berlin. Ich bin schon ein bißchen stolz (trotz Berlin usw.) – schaut doch mal rein:
http://kleineaxt.wordpress.com/
Donna ist mittlerweile ganz schön schwanger, ein richtiger Kugelfisch. Zwischen den Jahren waren wir beim “Baby-TV” (= großer Ultraschall) und was soll ich sagen: es wird ein Knabe. Er hat uns auch schon zugewinkt! Nur mit dem Namen tun wir uns noch schwer. Im Moment stehen Björn und Olaf (wie mein Vater) ganz oben auf der Liste. Bald mehr aus Windflöte! Und alles Gute Euch da draußen!
Mein Jahr 2010 in Zahlen
The stats helper monkeys at WordPress.com mulled over how this blog did in 2010, and here’s a high level summary of its overall blog health:

The Blog-Health-o-Meter™ reads This blog is on fire!.
Crunchy numbers

A helper monkey made this abstract painting, inspired by your stats.
A Boeing 747-400 passenger jet can hold 416 passengers. This blog was viewed about 2,100 times in 2010. That’s about 5 full 747s.
In 2010, there were 21 new posts, not bad for the first year! There were 3 pictures uploaded, taking up a total of 2mb.
The busiest day of the year was November 9th with 158 views. The most popular post that day was Meine Gedichte.
Some visitors came searching, mostly for sören wuttke, sörens lyrikblog, soeren wuttke, sören wuttke poesie, and wochentagsgedichte.
Attractions in 2010
These are the posts and pages that got the most views in 2010.
Meine Gedichte October 2010
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Über mich October 2010
Meine Experimente October 2010
Widerruf vom Widerruf November 2010
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Eine ganz andere Frage November 2010
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Die Dauer der Dauer
Ja. Das hat. Und gedauert. Mich auch. Ich schabe nur den Schorf ab. Das meint, dass es noch dauert. Manchmal wächst es unmerklich, während es schrumpft. Die Kälte tut ein übriges. Die Käthe auch. Zeile für Zeile, entschuldigt bitte, ich bin so entsetzlich langsam. Als würden Kontinentalplatten, nein. Es ist, als müsste ich alles zum ersten Mal sagen. Und das Gedicht mit dem Bottich, das ich versprochen habe, schrumpft in den Alltag hinein. Und da stehe ich mit dem Alltagsschaber und ernte nur Reste, Paragraphen, stracke Leinen, Bauschaum, Badezimmerhaare, Feudel, Versicherungen, fällig bei Erleben. Ich will nicht klagen, aber auch nicht verhehlen, dass ich so ringe. Ringen. Beim Ringen Reden.
So in etwa. Oder etwas mit Geräteturnen. Damit den Schwung der Richter kennt.
Freund und Thomas Mann
Mein Schriftstellerkollege Philipp Sternfels schreibt mir folgendes zu Psychoanalyse und “Es”, bzw. wie sich im Selbstbehauptungswillen des Ich das Es behauptet. So geht mit mir, gerade dann, wenn ich besonders “Soeren” sein will, oft der SÖren mit mir durch (klein oe, groß Ö).
Hallo Soeren,
„Es ist ein kleiner, vorgeschobener, erleuchteter und wachsamer Teil des ‚Es’“ –
Was ist das? –
Der Phallus. Das kann nur der Phallus sein.
Gemeint ist mit dem Satz von Thomas Mann paradoxerweise das Ich. Er schließt, durchaus stimmig, ein Zitat von Freud an: „Das Ich ist ‚jener Teil des Es, der durch die Nähe und den Einfluß der Außenwelt modifiziert wurde (…)“. Dem Bild der Stimulation folgt auch Peter V. Zima, der die Aussage kommentiert: „Thomas Mann hat mit dem ihm eigenen Gespür in dem zu stärkenden Ich ein Anhängsel des Es erkannt.“ (Theorie des Subjekts, S. 166) Ein okkulter phallozentrischer Diskurs auf intertexteller Ebene. Thomas Manns Subtext widerspricht eklatant dem Text seines Vortrags, in dem er fordert, daß das Ich gegenüber dem Es gestärkt werden müsse, und verkehrt die Aussage in ihr Gegenteil. Subversiv verschafft sich so im Vortrag zur Feier des 80. Geburtstags von Sigmund Freud die sehnsüchtige Forderung endlich Gehör, daß – in Vertauschung ihrer Rollen – das Es an die Stelle des Ich treten und gestärkt werden müsse. Der Applaus der Psychoanalytiker wird ihm sicher gewesen sein.
LG,
P. Sternfels
Eine ganz andere Frage
Ich habe lange überlegt, aber ich denke inzwischen, es ist am besten offensiv mit dieser Frage umzugehen. Sie (die Frage meine ich) (entschuldigung, ich muss hier so genau sein, “warum” wird sich bald zeigen), hat mich kalt erwischt und vieles weggefegt und verkleinert, worüber ich sonst nachgedacht habe. Also, meine Frage – betrüge ich nicht die, die mir nah sind, wenn ich mich nicht mit ihnen beschäftige, oder nicht so, wie sie es verdient hätten? Ist Untreue nicht vor allem eine Zeitfrage? Also: Wofür (für wen) habe ich Zeit, und wem schenke ich Aufmerksamkeit, wenn alles von überall her auf mich eindringt? Von der Doktorarbeit spreche ich hier gar nicht. Aber ich spreche auch von der Doktorarbeit. Ich spreche von den Gedichten. Ich spreche von den Fluchten, die die Gedichte auslösen. In mir. Etwas wie eine fremde Sehnsucht, die weniger mit mir zu tun hat, als mit dem, was ich sein könnte. Das ist natürlich nur ausgedacht, aber deswegen nicht weniger real. Ist das schon die Midlife-Crisis? Es scheint mir manchmal, als müsste ich ein ganz anderes Leben führen. Ich weiß nicht, ob ich diesen Eintrag stehen lassen werde. Aber es ist ein Schritt, zurück oder vorwärts, das weiß ich noch nicht.